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Vitamin A – ein wichtiger Zell- und Gewebsfaktor?

Augen-Vitamin A oder Retinol bzw. Beta-Carotin – wichtig für Gewebe unterschiedlichster Art

Vitamin-A ist unentbehrlich für die Entwicklung von Zellen und Geweben unterschiedlichster Art. D.h. wichtig für den Erhalt und das Wachstum normaler Haut und Schleimhaut sowie das Immunsystem. Denn: Sind die Haut und Schleimhäute gesund, ist es schwieriger für Viren und Bakterien in unseren Körper einzudringen.

Weitaus populärer, obwohl weniger großflächig als der Haut- und Schleimhaut-Faktor, ist die Schlüsselfunktion von Vitamin A bzw. den sog. Retinoläquivalenten im Sehvorgang. Zu letzteren zählt übrigens auch das pflanzliche Beta-Carotin – bekannt als Provitamin A. Spätestens seitdem die alte Weisheit „Mehr Möhren essen bei Nachtblindheit“ sich wissenschaftlich bestätigte, spricht der Volksmund deshalb auch gerne von den „Augenvitaminen“.

Das Provitamin A wird im Darm zu 17% zu Vitamin A aufgespalten.

Möhren Provitamin A Gewebsfaktor

Folgende – auf den ersten Blick recht umständliche Umrechnungsangaben – finden in diesem Sachverhalt ihre Erklärung: 1 mg Retinol-Äquivalent = 1 mg Retinol = 6 mg all-trans-Beta-Carotin = 12 mg andere Provitamin-A-Carotinoide. Der Einfachheit halber werden nun Bedarf und Inhalt meist in den sog. internationalen Einheiten angegeben. Hierbei entspricht eine I.E. 0,3 µg Retinol.


(Pro-)Vitamin A – aus tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln

 

Vitamin A in LachsUnseren Bedarf an dem fettlöslichen (Pro-)Vitamin A können wir somit aus tierischen Lebensmitteln wie Eigelb oder Makrele und Lachs direkt oder auch indirekt über die

pflanzlichen Vitamin-A-Vorstufen aus buntem Gemüse, wie Möhren („gut für die Augen“), Paprika oder Grünkohl decken.

Als beste Vitamin-A-Quelle gilt dessen Haupt-Speicherorgan, die Leber. Allerdings kann sie teilweise sogar zu hohe Retinol-Mengen enthalten und ist hinsichtlich der Schwermetallbelastung u.a. nur eingeschränkt als Vitamin-A-Lieferant heranzuziehen.

Die Provitamine können insofern nicht überdosiert werden, als ihre Umwandlung im Darm in Abhängigkeit vom Vitamin-A-Status des Körpers heruntergeregelt werden kann. Nach DGE gilt die obere Zufuhrmenge von bis zu 3 mg Vitamin A (entsprechend 10.000 Internationalen Einheiten (IE) als unbedenklich.

Hitze und Licht verursachen Carotinoid-Verluste. Kommt Sauerstoff hinzu entstehen auch Zubereitungsverluste an Vitamin A.


Vitamin-A-Versorgung und Mangel-Anzeichen

Wer tierische Produkte, v.a. Leber, nicht verzehrt, muss auf möglichst frische, rohe bis schonend gegarte, Gemüse zurückgreifen, um den Bedarf an Retinol-Äquivalenten zu decken. Menschen, die vorwiegend (Pflanzen-)Nahrung verwenden, die nicht frisch zubereitet ist, laufen Gefahr einen Retinol-Mangel zu entwickeln. Insbesondere Schwangere und Stillende haben – neben Leberverbot – einen erhöhten Vitamin-A-Bedarf. Im Seniorenalter ist ein häufig zu beobachtender schlechter Vitamin-A-Status oft Folge einer einseitigen Ernährung. Außerdem gehören neugeborene, Kinder mit häufigen Infekten sowie an Masern Erkrankte zu den Gruppen mit kritischer Versorgung.

Empfohlene tägliche Zufuhr nach DGE:

  • Frauen 0,8 mg-Äquivalent
  • Schwangere 1,1 mg-Äquivalent (ab 4. Monat)
  • Stillende 1,5 mg-Äquivalent
  • Männer 1,0 mg-Äquivalent

Erstes und das populärste Zeichen eines Vitamin-A-Mangels ist die Nachtblindheit, dann – im Rahmen einer Austrocknung – gelblich-verhornte Flecken an der Bindehaut bis hin zur völligen Erblindung (Hauptursache für hohe Erblindungs- und Sterblichkeitsrate von Kindern in den Entwicklungsländern). Leichtere Vitamin-A-Mangel-Zustände gehen mit einer mangelnden Infekt-Abwehr einher.

Eine Vitamin-A-Unterversorgung kann wie oben beschrieben behoben werden. Zusätzlich stehen Nahrungsergänzungs- und –Arzneimittel zur Verfügung, die speziell für die Nutrikosmetik auch in sinnvoller Kombination mit weiteren Mikronährstoffen, wie z.B. mit Eisen, Zink, Selen, Kupfer sowie Biotin und Vitamin C erhältlich sind.


Kleiner Beauty-Exkurs: Vitamin A-Säure

Die im Kosmetikbereich verbreitete all-trans-Retinsäure (sog. Tretinoin) ist ein Abbauprodukt von Vitamin A. So wird sie z.B. eingesetzt:

  • in der Behandlung von Akne oder anderen Hautkrankheiten, um
    • Verhornungsstörungen zu beseitigen
    • die Talgproduktion zu hemmen
    • die Erneuerung der Haut zu fördern
  • in verschiedenen Anti-Aging-Produkten
    (hier meist in Form des weniger reizenden Retinols)

Vitamin-A-Säure in der Kosmetik


Wissenschaftlich nachgewiesene Funktionen von (Pro-)Vitamin A

Vitamin A

  • trägt zur Erhaltung normaler Haut bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei
  • trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei

(nach Health-Claim-Verordnung)